Frage: Was reizt Menschen an Extremsportarten - warum suchen sie die Gefahr?

Nicht jeder Mensch findet Extremsportarten anziehend. Eigentlich ist es eher die Minderheit, die sich bewusst in Gefahr bringt und darin einen Kick verspürt. Denn „extrem“ bedeutet per Definition erstmal „nicht normal“. „Normal“ ist das, was für die Mehrheit der Bevölkerung gilt. Der Drang, immer wieder erneut den Nervenkitzel zu spüren, liegt in der Persönlichkeit verankert. Es sagt also einiges über die Person aus, wenn sie insbesondere Extremsportarten reizvoll findet. Es ist das Interesse an etwas Besonderem, vielleicht auch das heimliche Bedürfnis, besonders und einzigartig zu sein. Extreme Gefahrensituationen schütten bei diesen Menschen körpereigene Endorphine aus, so genannte „Glückshormone“, die wie bei einem Süchtigen immer wieder erneut aufgesucht werden müssen. 

Frage: Welche Ängste stehen Angehörige aus?

Angehörige können diesen besonderen Lustgewinn oft nicht verstehen und machen sich verständlicherweise entsprechend Sorgen, wenn die nahestehende Person seinem extremen Hobby nachgeht. Im schlimmsten Fall entwickeln sich bei Angehörigen generalisierte Ängste, also die ständige Sorge, es könnte etwas passieren. Eine generalisierte Angststörung wäre in therapeutischer Hinsicht behandlungsbedürftig. Den Thrill-Suchenden sollte klar sein, dass sie sich bewusst in Gefahr bringen und daher auch Verständnis für die Sorgen der Angehörigen aufbringen. Auf der anderen Seite sollten die Angehörigen Verständnis zeigen, dass diese Menschen den Nervenkitzel benötigen, wie die Luft zum atmen, um sich frei und glücklich zu fühlen. Eine Einschränkung oder gar Verbot würde sehr wahrscheinlich das Gegenteil bewirken, daher ist es wichtig, dass in der Familie offen über die Sorgen und Ängste gesprochen wird.