Frage: Warum bekommt man den Herbstblues?

Der sogenannte „Herbstblues“ hat hauptsächlich etwas mit der Veränderung der Hell-/Dunkelphasen im 24-Stunden-Rhythmus zu tun, die sich negativ auf den eigenen Biorhythmus auswirken können. Im Herbst beginnen die Tage kürzer zu werden, d.h. die Sonne geht später auf und früher wieder unter. Wenn man morgens im Dunkeln zur Arbeit geht und erst wieder im Dunkeln Feierabend hat, kann das schon massiv die Stimmung drücken. Neurobiologisch hat das zur Folge, dass es durch die längeren Dunkelphasen zu einer Verminderung des Botenstoffes Serotonin im Gehirn führt. Eine verringerte Menge an Serotonin im Gehirn kann depressive Verstimmungen auslösen.

Sind manche anfälliger als andere?

Fakt ist, jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf äußere Einflüsse. So gibt es Menschen, die gerade in den Herbst- und Wintermonaten richtig aufblühen, während sich andere da lieber im Bett verkriechen wollen. Das kann genetisch angelegt sein, aber auch die momentane Lebenssituation ist dabei nicht zu unterschätzen.

Hat auch Stress etwas damit zu tun?

Auf jeden Fall ist Stress ein wichtiger Faktor bei der Entstehung psychischer Erkrankungen. Das Vulnerabilitäts-Stress Modell beschreibt, dass Menschen mit mehr Stress anfälliger sind, eine psychische Erkrankung zu erleiden.Die Winterdepression wird zwar nicht explizit als Diagnose aufgeführt, aber es ist unbestritten, dass langandauernder Stress sich negativ auf das Immunsystem und auf die Psyche auswirken und depressive Verstimmungen verursachen kann.